„Lautlese-Tandem“ – Erfolgreiches Leseförderprojekt an der FSG

Verbesserte Lesekompetenz bei 45 Schülern

Seit den Schulleistungsstudien PISA und DESI ist die Leseförderung ein zentrales didaktisches Thema. Basierend auf der Studie „Leseflüssigkeit“ der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt a. M. haben Eltern und Lehrkräfte der Friedrich-Silcher-Grundschule eine Konzeption für ein Pilotprojekt zur Leseförderung erstellt. Gemeinsam mit Projekthelfern und in wissenschaftlicher Begleitung eines Mitarbeiters der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg wurde von März bis Juni 2010 die aktive Phase des Leseförderprojekts „Lautlese-Tandem“ durchgeführt, an dem insgesamt 45 Schüler/-innen der zweiten und vierten Klassen teilnahmen. Den Abschluss bildete eine "Lesemeisterschaft".

Lesetandem

Förderung
Zur finanziellen Unterstützung des Projekts konnten zwei Hauptsponsoren gewonnen werden: Die YANA-Stiftung, Offenbach, und die Adolf-Messer-Stiftung, Königstein. Darüber hinaus kamen nicht unerhebliche Beiträge vom Buchhaltungsservice Séverine Hermann, Böblingen, und von der Firma HTS Trockenbau, Böblingen. An dieser Stelle sei allen Sponsoren herzlich für die Unterstützung gedankt!

Projektziele

Ziel des Pilotprojektes war es, die Lesekompetenz der Schüler/-innen zu fördern und damit auch die Freude am Lesen zu erhöhen. Eine Verbesserung der Leseflüssigkeit ist als Voraussetzung anzusehen, um Lesekompetenzen von Kindern insgesamt zu steigern. Dabei wird unter „Leseflüssigkeit“ die genaue, automatisierte, schnelle und sinngestaltende Fähigkeit zur leisen und lauten Textlektüre verstanden.

Wie funktioniert das Lautlese-Tandem?

In den „Lautlese-Tandems“ übten Kinder in Zweiergruppen zweimal wöchentlich für 20 Minuten Texte laut und synchron zu lesen. Zur Motivationssteigerung wurde das Projekt in eine „Lese-Meisterschaft“ eingebettet, in der die Tandemteams – bestehend aus einem Sportler und Trainer – gemeinsam für die Meisterschaft „trainierten“. Die Meisterschaft wurde mit einer Verleihung von Lesetandem-Urkunden und Medaillen (am 24. Juli 2010 beim Sport-und Sommerfest an der FSG) an jedes teilgenommene Kind abgeschlossen.

Die Durchführung der Testverfahren und Auswertung der Daten von 45 Schülern/-innen erfolgte durch den wissenschaftlichen Begleiter. Es kamen unterschiedliche Testverfahren zum Einsatz, die die Leseflüssigkeit, das Textverstehen und die Lesemotivation erheben. Zu drei Zeitpunkten war ein Testdurchlauf fällig.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Bei fast allen Kindern ist eine deutliche Verbesserung der Leseflüssigkeit festzustellen.
Die Lesemotivation hat sich erhöht (um ca. 20 %).
Nicht alle Kinder, die flüssig lesen können, verfügen auch über ein ausgeprägtes Textverständnis.
Es existieren keine nennenswerten Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in der Lesekompetenz oder hinsichtlich des Lernzuwachses.
Drei der vier Klassen lesen gerne im Lesetandem.
Zudem konnten die Lehrkräfte beobachten, dass sich das Selbstwertgefühl „schwacher“ Schüler/-innen beim Lesen im Unterricht verbessert hat. Viele Kinder, die in den Tandems übten, trauen sich nun beim (Vor-)Lesen mehr zu. Vor allem die Leseflüssigkeit hat sich deutlich verbessert.
Fazit: Durch das Lesetandem konnte die Lesekompetenz und die Lesemotivation gesteigert werden. Grund genug, im kommenden Schuljahr wieder ein Lautlese-Tandem anzubieten.


Auszüge aus dem Abschlussbericht von Frank Pfiszter